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In Berlin gab es vor dem Krieg ein geflügeltes Wort, das da lautete: „Wat`n richtiger Berliner is, der is aus Breslau“! Natürlich war das eine Übertreibung. Es mag schon wahr sein, dass um die Jahrhundertwende, von den goldenen Bergen gelockt, allerhand Leute aus dem Schlesischen nach Berlin gekommen und sesshaft geworden sind, aber das nun alle richtigen Berliner aus Breslau sein sollen...man hat doch einige Zweifel. Mit demselben, ja und mit viel mehr Recht könnte man da auch sagen: „Was ein richtiger Kühnhaidner ist, der kommt aus Steinbach“! Sie werden das beide freilich nicht wahr haben wollen, die Steinbacher nicht und die Kühnhaidner nicht, denn die Geschichte, um die es hier handelt ist weit her, so an die Dreihundert Jahre.

















In Kühnhaide wohnen heute Langer, Bräuer , Siegert , Lorenz und viele andere, die sich sagen lassen müssen, das Ihre Vorfahren einst an den Ufern der Preßnitz „gehaust“ haben. Man fragt sich nur was müssen sich die guten Leute von dem gelobten Land an der „Schwarzen Pockau“ damals versprochen haben, das sie so leichten Herzens Ihre Heimat dagegen eintauschen konnten. Zwischen der Preßnitzsohle und dem Grund der„Schwarzen Pockau“ liegt ein Höhenunterschied von gut 200 Metern, das will schon was heissen und es soll dabei nicht so sehr an die Mühsal gedacht sein, die darin liegt mit Kind und Kegel, zusammen mit dem ganzen Hausrat, auf schlechtem Waldweg die steile Höhe hinauf zu kommen. Nein es soll vielmehr daran gedacht sein, um wieviel kümmerlicher es da oben zu leben war. Entlang der Preßnitz, da wuchs doch ein richtiger Apfelbaum, da wurde das Korn auf den Feldern reif und ein bisschen Flachs wuchs auch. Aber auf dem Kamm oben, da gedieh doch rein gar nichts. Das Korn welches in den einheimischen Mühlen gemahlen und zu Brot gebacken wurde, kam von weit her. Vom eigenen Grund und Boden konnten die Waldleute da oben nichts erwarten.



Und trotzdem war er da, dieser merkwürdige Drang hinauf auf den Kamm zu den

unwirtschaftlichen Mooren der „Bocka“ . Lockte das Dunkel der halberschlossenen Wildnis? Reizte der Fuhrverkehr von „Dreizenha“, die Abenteuerluft, oder auch die Begehrlichkeit solcher die nicht zur Sesshaftigkeit geboren waren?


















Sei dem wie wolle, der Zug zur „Schwarzen Pockau“ war vorhanden und das in seinen ersten Anfängen stehende „Künhand“ hatte durch Förderung seines neuen Gutsherren, Caspar von Berbisdorf, der auch Kurfürstlicher Kommissar für die Holzflöße war, ein erstes bescheidenes Aufblühen erlebt. 1607 war sogar ein schlichtes Holzkirchlein gebaut worden, zu dem sich ausser Ortseinwohnern auch die Leute von Reitzenhain und aus dem böhmischen Grenzgebiet heranfanden. Das Dorf wuchs und neue Menschen kamen in die abgelegene Waldgegend. Holzknechte, Flößer, Köhler und viele andere kamen aus dem Böhmischen und Pobershau, oder der Berbisdorfer brachte sie mit von seinem anderem Stammgut Lippersdorf. Allerhand flüchtiges Volk wurde außerdem in die schützende Abgelegenheit dieses Waldwinkels verschlagen, der von den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges nicht allzusehr heimgesucht wurde.




















Dieser Auszug aus der Besiedlungschronik von Kühnhaide entstammt einer Fortsetzungsserie aus dem „Erzgebirgischen Sonntagsblatt aus dem Jahre 1937, geschrieben vom Kühnhaidner Bürger Robert Müller, welche 2007 von unserem Ortschronisten Romeo Bräuer bearbeitet wurde.